Common Tones II: mit einem Ton zum coolen Sound

Im zweiten Teil zum Thema “Common Tones” zeige ich euch, wie man durch das Liegenlassen eines einzigen Tones einen richtig coolen Sound erreichen kann. Zunächst einmal schauen wir uns eine prominente Akkordfolge an und was dahinter steckt:

E    A2  | B4        |c#7  A2  | B4       |

E    A2  | B4        |c#7  A2  | B4       |

F#7      | A2        |F#7      | A2        ||

Die Akkordfolge entstammt dem Song “Holy Is The Lord” (Chris Tomlin) und ist typisch für diese Art der Worship-Musik. In Notenschrift wäre eine mögliche Variante der Umsetzung die folgende:

Man erkennt deutlich, dass die beiden Töne e’ und h in der rechten Hand in jedem Akkord vorkommen. In den letzten vier Takten ist es immerhin noch der Ton e’, den die Akkorde F#7 und A(sus2) gemeinsam haben. In der rechten Hand bewegt der Spieler also fast nur den Daumen von einem Ton zur nächsten, während der fünfte und der zweite Finger auf ihren Tönen verbleiben. Die linke Hand spielt in diesem Beispiel den Grundton des jeweiligen Akkordes. In einigen Akkorden (mit “sus”) fehlt die Terz, stattdessen wird die Sekunde (2) oder die Quarte (4) gespielt.

Die beiden Common Tones e’ und h geben dem Sound etwas Beständiges und sorgen für die coolen Voicings. Würde man das mit einer Band umsetzen, könnten die beiden Common Tones z. B. mit einem Hammond Orgel-Sound gespielt werden. Sie würden dann einfach die kompletten Takte über gehalten, während die anderen Instrumente darunter die Changes spielen. Klassisch geschulte Pianisten kennen dies unter der Bezeichnung “Orgelpunkt”, die aus der Orgelmusik stammt, in der häufig der Organist im Pedal einen Ton festhält, während sich die Akkorde, die auf den Manualen darüber gespielt werden, ändern.

Probieren geht über Studieren

Da alle Theorie grau ist, müsst ihr nun ran an die Tasten und es selbst ausprobieren. Ihr kennt keine sus2, sus4 oder 7er Akkorde? Kein Problem. Versucht es folgendermaßen:

Spielt folgende Akkordfolge:

C         |F        |G       | G      |

Spielt den ersten Akkord als Sextakkord (I. Umkehrung). Haltet nun die nun beiden obersten Töne g’ und c’ über die kompletten vier Takte. Mit dem Daumen ergänzt ihr jeweils einen Akkordton der übrigen Akkorde, der sich bequem erreichen lässt. Das kann mal der Grundton sein, mal die Quinte. Die linke Hand spielt einfach die Akkord-Grundtöne.

Probiert auf diese Art und weise möglichst viele Akkordfolgen aus. Testet das an einfachen Kinderliedern. Ihr werdet feststellen, wie cool auf einmal selbst die profanste Akkordfolge klingt. Startet auch mal mit einem Akkord in Grundstellung oder als Quart-Sext-Akkord (II. Umkehrung). Welchen Ton/welche Töne könnt ihr dann liegen lassen?

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